Karin Székessy

P H OTOGR A P H Y

P o e s i e z w i s c h e n S c h w a r z u n d W e i ß

22. November 2009 – 07. März 2010

SCHLOSS CAPPENBERG

Karin Székessy zählt zu den bedeutendsten Nachkriegsfotografinnen Deutschlands. Ob „Die Zeit“ oder „Die Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die „Süddeutsche Zeitung“ oder der „Twen“, es gibt kaum eine große Medienadresse, für die sie nicht fotografiert hat. International agierende Firmen schätzten sie als Werbefotografin mit dem Blick für das Einzigartige. Politiker suchten ihre Begleitung im Wahlkampf. Seit Jahrzehnten sorgen ihre Werke in der internationalen Ausstellungswelt für Furore.

Bei der Betrachtung ihres Gesamtwerkes wird eine außerordentliche Themenvielfalt erkennbar, deren Bogen sich von motivischen „Fundstücken aus der Alltagswelt“ über Portraits, Stillleben, Landschaften bis zu sorgfältig arrangierten Aktfotografien spannt. Stets schafft Karin Székessy Werke von höchster Ästhetik, Sinnlichkeit und gelegentlich einem Hauch von Ironie. Mit unerschöpflichem Formenreichtum und der Kunst der symbolischen Verschlüsselung gelingt es ihr, banalen Gegenständen Tiefe, Raum und Wertigkeit zu geben.



Gemeinsam mit ihrem Mann Paul Wunderlich verbringt sie regelmäßig den Sommer in Südfrankreich, das auf vielfältigste Weise zum Objekt ihrer Bilder wird. Gelegentlich nimmt das Künstlerpaar auch gemeinsame Motive in den Blick. Während die Fotografin ihre Bilder meist frei gestaltet, orientiert sich der Maler oft an kunsthistorischen Vorbildern. Der Surrealismus Paul Wunderlichs, der dem Alltag die verloren gegangene Magie zurückgibt, ist auch bei Karin Székessy deutlich spürbar. Welfhard Kraiker bezeichnet die Künstlerin in dem begleitenden Ausstellungskatalog „Photography“ als eine „multiple Per sönlichkeit“. Über ihren Weg zum Bild erklärt sie selbst: „Ich fotografiere alles, was um mich herum ist. Um meine Motive zu finden brauche ich nicht zu reisen.“ Doch auch, wenn der Alltag und das scheinbar Triviale in ihrer Umgebung Impulsgeber sind, erschöpft sich die Fotografie Karin Székessys nicht darin, Dokument der Wirklichkeit zu sein.



Vielmehr sucht sie nach der Ästhetik im scheinbar Unbedeutenden und nach der Wahrheit, die den Dingen innewohnt. Neben den „Fundstücken des Alltags“ nimmt die Aktfotografie im Schaffen Karin Székessys großen Raum ein. Auf theaterhaften, perfekt arrangierten Bühnen zelebrieren ihre Modelle mit großer Ernsthaftigkeit ihre Weiblichkeit. Die Szenen wirken wie Tagträume, in denen die Gesetze der Zeit ihre Gültigkeit verloren haben. Stets ausbalanciert zwischen Ruhe und Dynamik, erweist sich die Fotografin als Meisterin, wenn es darum geht, den einzig richtigen Moment für die Aufnahme zu erahnen. Ganz gleich, ob Objekt des Alltags oder wohl kalkulierte Inszenierung, stets bewahrt Karin Székessy größte Sensibilität und tiefen Respekt vor dem Gegenstand ihres fotografischen Interesses.

Thomas Hengstenberg
Sigrid Zielke




Schloss Cappenberg
Schlossberg · 59379 Selm-Cappenberg

Fon 02306-71170
Fax 02306-758633

www.kreis-unna.de
www.kulturkreis-unna.de


Karin Székessy PHOTOGRAPHY
Poesie zwischen Schwarz und Weiß
22. November 2009 – 07. März 2010


Öffnungszeiten
Di – So 10 – 17 Uhr
Eintritt frei

Öffentliche Führungen
So 14.30 Uhr

Anmeldungen von Sonderführungen
Fon 02303 27-1841
Fax 02306 27-4141

Begleitend zur Ausstellung sind reich bebilderte Kataloge im Museumsshop auf Schloss Cappenberg erhältlich.



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